Nach drei Wochen intensiver Vorbereitung ging der Jagdscheinkurs im Juli 2010 zu Ende. Angetreten waren neun Absolventen. Es war schon eine beeindruckende Herausforderung, der sich die Teilnehmer stellten: An zwanzig aufeinander folgenden Unterrichtstagen, täglich 8 bis 10 Unterrichtsstunden, keinen Tag Freizeit...bis zur Prüfung.
Anfangs hielten einige es nicht für möglich, das umfassende Wissen, das für das grüne Abitur erforderlich ist, en bloc zu lernen. Aber wie es immer so ist: Aufgaben, die vor einem liegen, wirken manchmal, als könne man es nicht schaffen. Hat man es hinter sich, heißt es: Ein ganzes Stück Arbeit, aber sooo schlimm war es nun doch nicht.
Die Teilnehmer waren von Mitte vierzig bis fünfzehneinhalb Jahre alt und dennoch wuchs binnen kürzester Zeit ein super Team heran. Schön zu sehen, dass trotz des Pensums der Spaß nicht zu kurz kam (Frage: "Was ist denn eine Bohrung?", Aw: "Die Bohrung unterscheidet ein Rohr von einer Stange")
Am Freitag, den 30. Juli 2010 war dann endlich Prüfung. Vormittags wurde das Schießen absolviert, nachmittags stellte man sich den 100 schriftlichen Fragen aus fünf Fachgebieten. Beim Schießen mit der Büchse erreichte die Gruppe mit durchschnittlich 43 Ringen ein (berücksichtigt man den Prüfungsstress) super Ergebnis. Bester Schütze war unser Jungster, Jannik Intelmann mit 47 Ringen. Beim Flintenschießen fielen im Schnitt mehr als 13 von 15 Hasen, auch hier konnten wir zufrieden sein. Die sechs mal vier Stunden Schießunterricht waren also von Erfolg gekrönt. Der Dank geht an Kerstin und Gustav.
Die schriftliche Prüfung war nicht leicht, ging aber gut von der Hand. Keiner hatte Bedenken, am Folgetag zur mündlich-praktischen Prüfung anzutreten. Am Samstag, den 31. Juli begann um 14:00 Uhr die mündlich-praktische Prüfung im Luhner Forst. Die Anspannung stand allen ins Gesicht geschrieben. In den folgenden fünf Stunden wurde jeder auf Herz und Nieren geprüft, musste seine Kenntnisse und Fähigkeiten den verschiedenen Prüfungsgruppen unter Beweis stellen. Eine wirklich gründliche und intensive Prüfung, bei der leider zwei Prüfungswiederholer, die bereits einen Anlauf bei der Kreisjägerschaft hinter sich hatten, auf der Strecke blieben. Aber sieben hatten es geschafft! Und vor allem alle, die keine jagdliche Vorbildung hatten! Prüfungsbester (Gesamtwertung) mit einem Traumergebnis wurde Jannik Intelmann. Das überraschte keinen, denn er war von zu Hause aus gut vorbereitet.
Alle Teilnehmer feierten das Erreichte am Abend ausgiebig im Wald der Jagdschule bei einem zünftigen Jägerabend mit Bier, Jagdhorn und Anekdoten. Jungs, das war nicht das letzte Mal, dass wir in dieser Runde zusammen gesessen haben! Herzlichen Glückwunsch. Ihr seit ein tolles Team.
Besonders bedanken möchte ich mich auch bei Kerstin, Gustav, Gerd, Jürgen und Jens, die mich bei der Ausbildung in ihren Fachgebieten unterstützt haben. Unnötig zu erwähnen, dass es ohne Euch nix geworden wäre.
Waidmannsheil und Horridoh an alle Beteiligte.
Marco Soltau
"Nicht das, was einer niederlegt,
nur was dabei sein Herz bewegt,
nur was er fühlt bei jedem Stück,
das ist das wahre Jägerglück."
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